Hochzeit Vintage Ohrringe Aus Silber

Moissanit oder Diamant: Welche Wahl ist die richtige?

Die Wahl des perfekten Edelsteins für einen Verlobungsring oder ein besonderes Schmuckstück ist eine Entscheidung, die weit über Ästhetik hinausgeht. In den letzten Jahren hat sich Moissanit als ernstzunehmende Alternative zum traditionellen Diamanten etabliert und stellt viele der lang gehegten Überzeugungen über Edelsteine in Frage. Mit seiner außergewöhnlichen Brillanz, beeindruckenden Haltbarkeit und einem Bruchteil der Kosten eines vergleichbaren Diamanten hat Moissanit die Schmuckwelt revolutioniert und bietet eine überzeugende Option für moderne, bewusste Käufer.

Doch die Entscheidung zwischen Moissanit und Diamant ist nicht nur eine Frage des Preises. Es geht um Tradition versus Innovation, um natürliche Seltenheit versus wissenschaftliche Perfektion, um emotionale Symbolik versus rationale Überlegungen. Beide Steine haben ihre einzigartigen Vorzüge und Eigenschaften, die sie für unterschiedliche Menschen und Situationen ideal machen. Während Diamanten seit Jahrhunderten als ultimatives Symbol für ewige Liebe gelten und durch ihre natürliche Entstehung über Millionen von Jahren eine besondere Aura besitzen, punktet Moissanit mit überlegener optischer Performance, ethischer Herstellung und außergewöhnlichem Wert.

Dieser umfassende Vergleich führt Sie durch alle wichtigen Aspekte beider Edelsteine – von ihren physikalischen Eigenschaften über optische Unterschiede bis hin zu ethischen und finanziellen Überlegungen. Unser Ziel ist es nicht, Ihnen zu sagen, welcher Stein “besser” ist, sondern Ihnen das Wissen zu vermitteln, um eine informierte Entscheidung zu treffen, die zu Ihren Werten, Ihrem Budget und Ihren ästhetischen Vorlieben passt. Denn letztendlich ist der richtige Stein derjenige, der Sie glücklich macht und die Geschichte erzählt, die Sie erzählen möchten.

Glanz und Beständigkeit im direkten Vergleich

Wenn es um die praktischen Aspekte von Schmucksteinen geht, sind Glanz und Beständigkeit entscheidende Faktoren. Ein Stein mag wunderschön sein, aber wenn er nach wenigen Jahren seinen Glanz verliert oder leicht beschädigt wird, ist er für den täglichen Gebrauch ungeeignet. Sowohl Moissanit als auch Diamant zeichnen sich durch außergewöhnliche Haltbarkeit aus, doch ihre optischen Eigenschaften unterscheiden sich auf faszinierende Weise.

Optische Performance im Überblick:

Brillanz (Weißes Licht):

Diamant:

  • Brechungsindex: 2,42
  • Reflektiert etwa 17,2% des einfallenden Lichts
  • Klassischer, eleganter Glanz
  • Gleichmäßige Lichtreflexion
  • Zeitlose Ästhetik

Moissanit:

  • Brechungsindex: 2,65-2,69
  • Reflektiert etwa 20,4% des einfallenden Lichts
  • Intensiverer, “funkelnder” Glanz
  • Mehr Lichtreflexion als Diamant
  • Moderne, lebendige Ästhetik

Feuer (Farbiges Licht):

Diamant:

  • Dispersion: 0,044
  • Subtiles, elegantes Farbspiel
  • Regenbogenfarben bei Bewegung
  • Dezent und klassisch

Moissanit:

  • Dispersion: 0,104 (mehr als doppelt so hoch!)
  • Intensives, lebhaftes Farbspiel
  • Deutliche Regenbogenblitze
  • Auffälliger und dramatischer

Lüster (Oberflächenglanz):

Beide Steine:

  • Adamantiner Lüster (diamantartiger Glanz)
  • Hochglanzpolierte Oberfläche
  • Reflektieren Licht von der Oberfläche
  • Behalten Glanz über Jahre

Langzeitbeständigkeit:

Kratzfestigkeit:

Diamant:

  • Mohshärte: 10 (härtestes natürliches Material)
  • Praktisch kratzfest im Alltag
  • Kann nur von anderem Diamant gekratzt werden
  • Ideal für tägliches Tragen über Jahrzehnte

Moissanit:

  • Mohshärte: 9,25-9,5
  • Zweithärtestes Edelstein-Material
  • Extrem kratzfest
  • Nur Diamant und Korund (Saphir/Rubin) sind härter
  • Ebenfalls ideal für tägliches Tragen

Chemische Beständigkeit:

Diamant:

  • Extrem chemisch stabil
  • Resistent gegen Säuren und Laugen
  • Hitzebeständig bis etwa 800°C (in Sauerstoff)
  • Kann bei extremer Hitze verbrennen (ist Kohlenstoff)

Moissanit:

  • Siliziumkarbid – sehr stabil
  • Resistent gegen Säuren und Laugen
  • Hitzebeständig bis über 1.000°C
  • Noch hitzebeständiger als Diamant
  • Keine Verbrennungsgefahr

Farbstabilität:

Diamant:

  • Farbe ist permanent
  • Keine Veränderung durch Licht oder Hitze
  • Kann durch Bestrahlung gefärbt werden (behandelte Diamanten)
  • Natürliche Farbe bleibt ewig

Moissanit:

  • Farbe ist permanent und stabil
  • Keine Veränderung durch UV-Licht
  • Moderne Moissanite sind farblos (D-F Äquivalent)
  • Ältere Moissanite hatten leichten Gelbstich (heute nicht mehr)

Pflege und Reinigung:

Diamant:

  • Zieht Fett und Öl an (lipophil)
  • Benötigt regelmäßige Reinigung
  • Kann mit Ultraschall gereinigt werden
  • Dampfreinigung sicher
  • Einfache Reinigung: Warmes Wasser, Spülmittel, weiche Bürste

Moissanit:

  • Weniger anfällig für Fett und Schmutz
  • Behält Glanz länger zwischen Reinigungen
  • Ultraschallreinigung sicher
  • Dampfreinigung sicher
  • Gleiche Reinigungsmethoden wie Diamant

Alltagstauglichkeit:

Für Verlobungsringe (tägliches Tragen):

Beide Steine sind hervorragend geeignet:

  • Ausreichende Härte für jahrzehntelanges Tragen
  • Behalten Glanz und Schönheit
  • Keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen nötig
  • Können bei allen Aktivitäten getragen werden

Unterschiede in der Praxis:

  • Diamant: Traditionelle Wahl, universell anerkannt
  • Moissanit: Mehr Funkeln, kann auffälliger sein
  • Beide: Keine Einschränkungen im Alltag

Für andere Schmuckstücke:

  • Ohrringe: Beide ideal, Moissanit funkelt mehr
  • Anhänger: Beide geeignet, persönliche Präferenz
  • Armbänder: Beide haltbar genug
  • Ringe (nicht Verlobung): Beide ausgezeichnet

Physikalische Unterschiede verstehen

Die physikalischen Eigenschaften von Moissanit und Diamant erklären nicht nur ihre unterschiedliche Optik, sondern auch ihre Herkunft, Herstellung und ihren Wert.

Chemische Zusammensetzung:

Diamant:

  • Formel: C (reiner Kohlenstoff)
  • Struktur: Kubische Kristallstruktur
  • Bildung: Unter extremem Druck und Hitze in der Erdkruste
  • Tiefe: 150-200 km unter der Erdoberfläche
  • Dauer: Millionen bis Milliarden Jahre
  • Vorkommen: Natürlich sehr selten

Moissanit:

  • Formel: SiC (Siliziumkarbid)
  • Struktur: Hexagonale Kristallstruktur
  • Natürliches Vorkommen: Extrem selten (nur in Meteoriten)
  • Entdeckung: 1893 von Henri Moissan in einem Meteoritenkrater
  • Moderne Produktion: Laborherstellung seit 1990er Jahren
  • Verfügbarkeit: Unbegrenzt durch Synthese

Optische Eigenschaften im Detail:

Brechungsindex:

Was ist das?
Der Brechungsindex misst, wie stark Licht beim Eintritt in ein Material abgelenkt wird. Je höher der Wert, desto mehr Brillanz.

Diamant: 2,42

  • Einfachbrechend (isotrop)
  • Licht wird einmal gebrochen
  • Gleichmäßige Lichtverteilung
  • Klassische Brillanz

Moissanit: 2,65-2,69

  • Doppelbrechend (anisotrop)
  • Licht wird zweimal gebrochen
  • Intensivere Brillanz
  • Mehr “Feuer” und Funkeln

Dispersion (Feuer):

Was ist das?
Dispersion beschreibt die Fähigkeit, weißes Licht in Spektralfarben zu zerlegen – das “Regenbogen-Feuer”.

Diamant: 0,044

  • Subtiles, elegantes Farbspiel
  • Dezente Regenbogenblitze
  • Klassisch und zeitlos
  • Bei Bewegung sichtbar

Moissanit: 0,104

  • 2,4-mal mehr Feuer als Diamant
  • Intensive Regenbogenblitze
  • Sehr auffällig bei Licht
  • “Disco-Ball-Effekt” bei hellem Licht
  • Kann für manche zu viel sein

Lichtreflexion:

Diamant:

  • Reflektiert 17,2% des Lichts zurück zum Betrachter
  • Ausgewogene Balance zwischen Brillanz und Feuer
  • Eleganter, zurückhaltender Glanz

Moissanit:

  • Reflektiert 20,4% des Lichts
  • Mehr Brillanz, mehr Feuer
  • Intensiverer, auffälligerer Glanz
  • Kann in manchen Lichtverhältnissen “zu viel” wirken

Brillanz und Feuer: Warum Moissanit mehr funkelt

Der auffälligste Unterschied zwischen Moissanit und Diamant liegt in ihrem optischen Verhalten – und hier hat Moissanit objektiv die Nase vorn, zumindest was messbare Werte angeht.

Die Wissenschaft hinter dem Funkeln:

Doppelbrechung bei Moissanit:

Was passiert?
Wenn Licht in Moissanit eintritt, wird es in zwei Strahlen aufgespalten, die sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten durch den Kristall bewegen.

Visueller Effekt:

  • Facettenkanten erscheinen “verdoppelt”
  • Mehr Lichtreflexionen im Stein
  • Intensiveres Funkeln
  • Bei genauer Betrachtung: Leichte “Unschärfe” der hinteren Facetten

Wann ist es sichtbar?

  • Bei größeren Steinen (über 1 Karat) deutlicher
  • Mit Lupe oder bei sehr genauer Betrachtung
  • Durch die Tafel (Oberseite) nach unten schauend
  • Für Laien oft nicht bemerkbar

Einfachbrechung bei Diamant:

Was passiert?
Licht wird nur einmal gebrochen, alle Strahlen bewegen sich mit gleicher Geschwindigkeit.

Visueller Effekt:

  • Scharfe, klare Facettenkanten
  • Gleichmäßige Lichtverteilung
  • Elegante, ausgewogene Brillanz
  • Keine “Verdopplung”

Das intensive Feuer von Moissanit:

Warum so viel Regenbogen?

Physikalische Erklärung:
Die hohe Dispersion (0,104) bedeutet, dass Moissanit weißes Licht viel stärker in seine Spektralfarben zerlegt als Diamant.

Praktische Auswirkung:

  • Bei Sonnenlicht: Intensive Regenbogenblitze
  • Bei LED-Licht: Sehr auffälliges Farbspiel
  • Bei Kerzenlicht: Weniger ausgeprägt
  • Bei Bewegung: “Disco-Ball-Effekt”

Ist mehr Feuer besser?

Geschmackssache:

Pro intensives Feuer (Moissanit):

  • Auffälliger und dramatischer
  • Mehr “Wow-Faktor”
  • Modern und einzigartig
  • Maximale optische Performance

Pro subtiles Feuer (Diamant):

  • Eleganter und klassischer
  • Weniger “busy” oder überladen
  • Zeitlos und traditionell
  • Universell akzeptiert

Lichtverhältnisse beeinflussen Wahrnehmung:

Bei hellem Tageslicht:

  • Moissanit: Sehr auffällig, viele Regenbogenblitze
  • Diamant: Subtiler, eleganter

Bei Kunstlicht (LED, Halogen):

  • Moissanit: Intensives Funkeln
  • Diamant: Moderates Funkeln

Bei gedämpftem Licht (Restaurant, Kerzenlicht):

  • Moissanit: Immer noch funkelt, aber weniger intensiv
  • Diamant: Subtiles Glitzern

Bei Glühlicht (warm):

  • Beide: Weniger Feuer, mehr warmer Glanz

Größe macht einen Unterschied:

Kleine Steine (unter 0,5 Karat):

  • Unterschied zwischen Moissanit und Diamant weniger auffällig
  • Beide funkeln schön
  • Doppelbrechung bei Moissanit kaum sichtbar

Mittlere Steine (0,5-2 Karat):

  • Unterschied wird deutlicher
  • Moissanits Feuer sehr ausgeprägt
  • Doppelbrechung mit Lupe erkennbar

Große Steine (über 2 Karat):

  • Unterschied sehr offensichtlich
  • Moissanit funkelt extrem intensiv
  • Doppelbrechung auch für Laien sichtbar
  • Kann “zu viel” sein für manche Geschmäcker

Härtegrad auf der Mohs-Skala

Die Härte eines Edelsteins bestimmt seine Kratzfestigkeit und damit seine Eignung für tägliches Tragen über Jahre oder Jahrzehnte.

Die Mohs-Skala erklärt:

Was misst sie?
Die Mohs-Skala (1-10) misst die Kratzfestigkeit von Mineralien. Ein Material kann alle Materialien mit niedrigerem Wert kratzen.

Wichtige Referenzpunkte:

  • 1: Talk (sehr weich)
  • 3: Calcit (Münzen)
  • 5-6: Glas
  • 7: Quarz (häufig in Staub und Sand!)
  • 9: Korund (Saphir, Rubin)
  • 10: Diamant

Warum ist 7+ wichtig?
Quarz ist überall – in Staub, Sand, Schmutz. Ein Edelstein unter Härte 7 wird im Alltag schnell zerkratzt.

Diamant: Härte 10

Die absolute Spitze:

  • Härtestes natürliches Material
  • Kann nur von anderem Diamant gekratzt werden
  • Praktisch kratzfest im Alltag
  • Behält polierten Glanz über Generationen

Praktische Bedeutung:

  • Ideal für Verlobungsringe (tägliches Tragen)
  • Keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen nötig
  • Kann mit anderen Schmuckstücken aufbewahrt werden
  • Extrem langlebig

Einschränkungen:

  • Kann splittern bei starkem Schlag (Spaltbarkeit)
  • Nicht unzerstörbar, nur kratzfest
  • Kann andere Edelsteine kratzen

Moissanit: Härte 9,25-9,5

Zweithärtestes Edelstein-Material:

  • Nur Diamant ist härter
  • Härter als Saphir und Rubin (9)
  • Extrem kratzfest
  • Für Alltag mehr als ausreichend

Praktische Bedeutung:

  • Ebenfalls ideal für Verlobungsringe
  • Keine Einschränkungen im täglichen Tragen
  • Behält Glanz über Jahrzehnte
  • Sehr langlebig

Vergleich mit anderen Edelsteinen:

  • Härter als Smaragd (7,5-8)
  • Härter als Aquamarin (7,5-8)
  • Härter als Topas (8)
  • Nur minimal weicher als Saphir (9)

Der Unterschied in der Praxis:

Kann Moissanit von Diamant gekratzt werden?
Ja, theoretisch. Aber:

  • Im Alltag extrem unwahrscheinlich
  • Würde direkten Kontakt und Druck erfordern
  • Beide Steine sollten getrennt aufbewahrt werden
  • In der Praxis: Kein relevanter Unterschied

Alltagssituationen:

Beide Steine sind sicher bei:

  • Händewaschen
  • Kochen
  • Sport (mit Vorsicht)
  • Gartenarbeit (mit Handschuhen empfohlen)
  • Putzen
  • Alltäglichen Aktivitäten

Vorsicht bei beiden:

  • Harte Schläge gegen harte Oberflächen
  • Kontakt mit anderen Edelsteinen
  • Extreme mechanische Belastung

Langzeitbeständigkeit:

Nach 10 Jahren täglichem Tragen:

Diamant:

  • Praktisch unverändert
  • Eventuell leichte Abnutzung der Krappen (Fassung)
  • Stein selbst makellos
  • Kann neu poliert werden (selten nötig)

Moissanit:

  • Ebenfalls praktisch unverändert
  • Minimale Abnutzungsspuren möglich (mikroskopisch)
  • Für bloßes Auge: Wie neu
  • Kann neu poliert werden

Nach 50 Jahren:

Diamant:

  • Immer noch makellos
  • Kann Generationen überdauern
  • Zeitlose Qualität

Moissanit:

  • Ebenfalls ausgezeichneter Zustand
  • Minimale Abnutzung möglich
  • Für praktische Zwecke: Wie Diamant
  • Noch keine Langzeitstudien über Jahrhunderte (Material zu neu)

Preisgestaltung und Nachhaltigkeit

Der Preisunterschied zwischen Moissanit und Diamant ist dramatisch – und für viele Käufer der entscheidende Faktor.

Preisvergleich (Stand 2026):

Diamanten (natürlich, gute Qualität):

0,5 Karat:

  • Preis: 1.500-3.000€
  • Qualität: G-H Farbe, VS2-SI1 Reinheit
  • Schliff: Sehr gut bis exzellent

1 Karat:

  • Preis: 4.000-8.000€
  • Gleiche Qualitätskriterien
  • Preis steigt exponentiell mit Größe

2 Karat:

  • Preis: 15.000-35.000€
  • Große Diamanten deutlich teurer pro Karat

3 Karat:

  • Preis: 40.000-100.000€+
  • Investment-Grade-Qualität

Moissanit (Premium-Qualität):

0,5 Karat:

  • Preis: 200-400€
  • Farblos (D-F Äquivalent)
  • Lupenrein

1 Karat:

  • Preis: 300-600€
  • Gleiche Qualität
  • Preis steigt linear, nicht exponentiell

2 Karat:

  • Preis: 600-1.200€
  • Immer noch erschwinglich

3 Karat:

  • Preis: 900-1.800€
  • Bruchteil eines vergleichbaren Diamanten

Preis-Leistungs-Verhältnis:

Was Sie für Ihr Geld bekommen:

Für 5.000€ können Sie kaufen:

Diamant:

  • 1 Karat, gute Qualität
  • Oder 0,75 Karat, sehr gute Qualität
  • Natürlicher Stein mit Einschlüssen

Moissanit:

  • 3-5 Karat, perfekte Qualität
  • Lupenrein, farblos
  • Mehr Brillanz und Feuer
  • Plus hochwertiges Platin-Setting
  • Plus passende Ohrringe

Werterhalt:

Diamant:

  • Behält Wert besser (aber: Wiederverkauf oft schwierig)
  • Große, hochwertige Diamanten: Wertsteigerung möglich
  • Kleine Diamanten: Wertverlust beim Wiederverkauf (30-50%)
  • Emotionaler Wert oft höher als Wiederverkaufswert

Moissanit:

  • Geringer Wiederverkaufswert (wie bei den meisten Edelsteinen)
  • Kein Investment-Stein
  • Wert liegt in Nutzung, nicht Wiederverkauf
  • Ehrlicher: Schmuck zum Tragen, nicht zur Wertanlage

Laborgefertigte Steine als ethische Option

Die ethischen Aspekte des Edelsteinkaufs werden zunehmend wichtiger für bewusste Konsumenten.

Diamanten: Ethische Herausforderungen

Konfliktdiamanten:

  • Trotz Kimberley-Prozess: Probleme bleiben
  • Schwierige Rückverfolgbarkeit
  • Finanzierung von Konflikten in manchen Regionen
  • Menschenrechtsverletzungen im Abbau

Umweltauswirkungen:

  • Massive Landschaftsveränderungen
  • Hoher Wasserverbrauch
  • Energieintensiver Abbau
  • CO₂-Fußabdruck: Etwa 57 kg CO₂ pro Karat

Soziale Aspekte:

  • Arbeitsbedingungen oft problematisch
  • Kinderarbeit in manchen Regionen
  • Niedrige Löhne
  • Gesundheitsrisiken für Arbeiter

Lab-Grown Diamanten: Bessere Alternative?

Vorteile:

  • Keine Konfliktfinanzierung
  • Geringere Umweltauswirkungen (aber nicht null)
  • Keine Menschenrechtsverletzungen
  • Rückverfolgbar und transparent

Nachteile:

  • Energieintensiv (je nach Methode)
  • Geringer Wiederverkaufswert
  • Noch nicht universell akzeptiert

Preis:

  • 30-50% günstiger als natürliche Diamanten
  • Immer noch deutlich teurer als Moissanit

Moissanit: Die ethischste Option

Umweltvorteile:

  • Laborherstellung mit kontrollierten Bedingungen
  • Geringerer Energieverbrauch als Diamantabbau
  • Keine Landschaftszerstörung
  • CO₂-Fußabdruck: Etwa 0,028 kg CO₂ pro Karat (2.000-mal weniger!)
  • Kein Wasserverbrauch für Abbau

Soziale Vorteile:

  • Keine Konfliktfinanzierung
  • Faire Arbeitsbedingungen in Laboren
  • Transparente Lieferkette
  • Keine Kinderarbeit
  • Sichere Arbeitsumgebung

Nachhaltigkeit:

  • Unbegrenzt verfügbar (keine Ressourcenerschöpfung)
  • Recycelbar
  • Langlebig (kein Ersatz nötig)

Zertifizierungen und Transparenz:

Bei Diamanten achten auf:

  • Kimberley-Prozess-Zertifikat
  • Responsible Jewellery Council (RJC)
  • Herkunftsangabe
  • Bei Lab-Grown: IGI oder GIA Zertifikat mit “Laboratory-Grown” Vermerk

Bei Moissanit:

  • Charles & Colvard (Original-Hersteller, höchste Qualität)
  • Zertifikat mit Qualitätsangaben
  • Herstellerangabe
  • Garantie

Optische Unterscheidungsmerkmale für Laien

Können Sie Moissanit und Diamant mit bloßem Auge unterscheiden? Die Antwort ist: Es kommt darauf an.

Mit bloßem Auge:

Für die meisten Menschen: Schwierig bis unmöglich

Was ähnlich ist:

  • Beide sind farblos und klar (bei guter Qualität)
  • Beide funkeln und glänzen
  • Beide sehen “echt” aus
  • Beide haben adamantinen Lüster

Was unterschiedlich sein kann:

  • Moissanit: Mehr Regenbogenfeuer (besonders bei hellem Licht)
  • Moissanit: Intensiveres Funkeln
  • Größere Moissanite (2+ Karat): Doppelbrechung eventuell sichtbar

In der Praxis:

  • Bei Ringen am Finger: Kaum zu unterscheiden
  • Bei genauer Betrachtung: Moissanits Feuer kann auffallen
  • Für Laien: Meist nicht unterscheidbar
  • Für Experten: Mit Erfahrung erkennbar

Professionelle Tests:

Wärmeleitfähigkeitstest:

  • Diamant: Ausgezeichnete Wärmeleitfähigkeit
  • Moissanit: Ebenfalls sehr gute Wärmeleitfähigkeit
  • Problem: Einfache Diamanttester können Moissanit als Diamant identifizieren!
  • Lösung: Moderne Tester unterscheiden beide

Elektrische Leitfähigkeit:

  • Diamant: Nicht leitfähig
  • Moissanit: Leicht leitfähig
  • Test: Spezielle Moissanit-Tester nutzen dies
  • Zuverlässig: Ja, aber benötigt spezielles Gerät

Der Test mit der Lupe: Doppelbrechung erklärt

Die Doppelbrechung ist das zuverlässigste optische Merkmal zur Unterscheidung von Moissanit und Diamant – wenn man weiß, wonach man suchen muss.

Was ist Doppelbrechung?

Physikalische Erklärung:
Wenn Licht in ein doppelbrechendes Material (wie Moissanit) eintritt, wird es in zwei Strahlen aufgespalten, die sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen.

Visueller Effekt:

  • Facettenkanten erscheinen “verdoppelt” oder “verschwommen”
  • Wie ein leicht unscharfes Bild
  • Besonders an den hinteren Facetten sichtbar
  • Wird stärker bei größeren Steinen

Wie man es erkennt:

Benötigte Ausrüstung:

  • 10-fache Juwelierlupe (Loupe)
  • Gute Beleuchtung
  • Ruhige Hand
  • Etwas Übung

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Positionierung:
    • Halten Sie den Stein mit der Tafel (Oberseite) nach oben
    • Schauen Sie durch die Tafel nach unten
    • Fokussieren Sie auf die hinteren Facettenkanten
  2. Was Sie sehen:
    • Bei Diamant: Scharfe, klare Facettenkanten
    • Bei Moissanit: Leicht “verdoppelte” oder verschwommene Kanten
    • Effekt ist subtil, nicht dramatisch
  3. Winkel ändern:
    • Drehen Sie den Stein leicht
    • Doppelbrechung kann in manchen Winkeln deutlicher sein
    • Bei Moissanit: Effekt bleibt sichtbar

Einschränkungen der Methode:

Wann es schwierig ist:

  • Bei sehr kleinen Steinen (unter 0,5 Karat)
  • Bei bestimmten Schliffformen (Brillantschliff kann Effekt minimieren)
  • Ohne Übung und Vergleichsmöglichkeit
  • Bei schlechter Beleuchtung

Wann es zuverlässig ist:

  • Bei Steinen über 1 Karat
  • Mit etwas Übung
  • Bei direktem Vergleich mit Diamant
  • Mit guter Lupe und Licht

Andere Unterscheidungsmerkmale unter der Lupe:

Einschlüsse:

Diamant:

  • Natürliche Einschlüsse (bei den meisten)
  • Kohlenstoffpunkte, Federn, Wolken
  • Jeder Stein einzigartig
  • Beweisen natürlichen Ursprung